Aufheben

Performance

Am 31. Mai 2026 wurde die Sportanlage im Auer-Welsbach-Park zum Ort einer besonderen Begegnung: Die zeitgenössische Performance Aufheben der israelischen Performancekünstlerin Maayan Mozes Platnic, gemeinsam mit dem Musiker Herbert Könighofer, verband Bewegung, Klang und Erinnerung zu einem offenen Ritual des Aufrichtens.

Ausgangspunkt der Performance war die Geschichte von Dita Segal, deren Erinnerungen Teil des Erinnerungs- und Forschungsprojekts Herklotzgasse 21 sind. Als jüdisches Kind spielte sie einst im Auer-Welsbach-Park. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde sie aus diesem öffentlichen Raum ausgeschlossen – nachzuhören im Audioguide.

Ihre Geschichte ist nur ihre persönliche Erfahrung, sie wirft auch heute aktuelle Fragen auf:

Wem gehört öffentlicher Raum? Wer ist sichtbar, wer gehört dazu und kann seinen Platz einnehmen?

Die Performance griff diese Fragen auf und übersetzte sie in Bewegung, Begegnung und gemeinsames Handeln. Unter dem Titel “Aufheben” – im Sinne von bewahren, aber auch emporheben, aufrichten und Grenzen überwinden – entstand ein künstlerischer Raum, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander in Beziehung traten.

Die Veranstaltung war Teil des Erinnerungs- und Forschungsprojekts Herklotzgasse 21 des Vereins coobra und zeigte eindrucksvoll, wie zeitgenössische Kunst historische Erfahrungen in die Gegenwart holen und neue Perspektiven auf gemeinsames Zusammenleben eröffnen kann. Grundlage dafür waren auch die im Vorfeld stattfindenden Workshops, in denen Teilnehmer:innen gemeinsam mit den Künstler:innen die Themen der Performance erforschten und weiterentwickelten.

Zur Eröffnung begrüßte Projektverantwortliche Martina Könighofer die Besucher:innen. Ein besonderer Dank gilt Fredi Mansfeld für seine wertschätzenden Worte als Vertreter der Bezirkskultur Rudolfsheim-Fünfhaus. Ebenso bedanken wir uns bei Michael Kofler und Judith Pühringer vom Verein coobra für die langjährige Forschungs- und Erinnerungsarbeit, die die Basis für dieses Performance-Projekt bot.

Unser herzlicher Dank gilt den Künstler:innen Maayan Mozes Platnic und Herbert Könighofer, allen Workshop-Teilnehmer:innen im Rahmen von zB training und ESRA, Besucher:innen und Mitwirkenden sowie den Fördergeber:innen, die dieses Projekt ermöglicht haben: dem Zukunftsfonds der Republik Österreich, dem Nationalfonds der Republik Österreich, der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7), der Kulturabteilung der Israelischen Botschaft sowie der Bezirkskultur Rudolfsheim-Fünfhaus.

Herzlicher Dank auch an Amela Ristić, Lital Megidish, Mia Könighofer, Iva Herzog, Kiste und alle weiteren, an der Produktion Beteiligten!

“Aufheben” hat gezeigt, dass Erinnerung nicht nur bewahrt, sondern auch bewegt werden kann – im öffentlichen Raum, durch Kunst und durch das gemeinsame Erleben.

Fotos © Amela Ristić

Grafik: Liad Shadmi