Eine Ausstellung mit einem Zentrum in der Herklotzgasse 21 wurde im Herbst 2008 eröffnet. Sie war von Führungen, Abendveranstaltungen und einer Wissenschaftlichen Tagung zum Jüdischen Vereinswesen in Wien begleitet. Seit Frühling 2008 ist in den Räumen Bürobetrieb wieder an der Tagesordnung.
Die Tagung
Die Tagung wurde dem Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Herklotzgasse 21” gemeinsam mit dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien und den Wiener Vorlesungen im Rahmen der Ausstellung veranstaltet.
Der Gedenkort
Planung und Ausschreibung für eine dauerhaften Gedenkort an der Stelle des zerstörten Turnertempels wurde gemeinsam mit dem Kuratorium für Kunst im öffentlichen Raum (KÖR), der Gebietsbetreuung XV und der Bezirksvertretung vorbereitet. Im November 2012 konnte der Gedenkort feierlich eröffnet werden.
Das Buch
Zur Ausstellung wurden im Buch “Das Dreieck meiner Kindheit” – eine jüdische Vorstadtgemeinde in Wien” die Ergebnisse der historischen Forschungen gemeinsam mit Darstellungen der projektspezifischen Erinnerungsarbeit publizieren. Es wurde im Mandelbaum Verlag als Printausgabe verlegt, ist derzeit aber nur als Download verfügbar.
Audioguide
In Zusammenarbeit mit Radio ORANGE 94.0 und in Kooperation mit der Bezirksvorstehung XV entstand ein Audioguide, der die Geschichte der jüdischen Gemeinde nachhaltig erfahrbar macht.
Performances und Workshops
Gemeinsam mit Künstler:innen aus Israel wird eine kreative Annäherung zur Aufarbeitung transgenerationaler Traumata umgesetzt. 2023 Broken Pieces & 2024 More Broken Pieces mit der Glas- und Performance-Künstlerin Alexandra Ben-Abba. Ende Mai 2026 wird in Kooperation mit der Performance-Künstlerin Maayan Mozes die Performance “Aufheben” realisiert.
Erinnerungsprojekt Café Palmhof
Künstlerin Heidi Schatzl ruft mit “Palmhof – Sei Bereit” die Erinnerung an einen wichtigen Schauplatz jüdischen Lebens im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus wach: Das Café Palmhof in der Mariahilfer Straße 135 war im Wien der Zwischenkriegszeit ein kosmopolitisches Zentrum des Wiener Kultur- und Gesellschaftslebens. Die Geschichte des 1938 arisierten Konzert- und Tanzcafés ist jedoch ebenso aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden wie jene ihrer Betreiber, der Familie Pollak.
Im öffentlichen Raum ein sichtbares Zeichen der Erinnerung zu setzen, war Ziel des vom Bezirk initiierten und vom Verein coobra in Kooperation mit Kunst im öffentlichen Raum Wien realisierten Erinnerungsprojekts, das im Oktober feierlich eröffnet wird. Das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Kunstwerk zitiert mit dem Leuchtturm ein Hoffnungssymbol, das die 12-jährige Helga Pollak für ihr Überleben in Theresienstadt wählte. “Palmhof – Sei Bereit” ist ein zeitgenössischer Anknüpfungspunkt für die Auseinandersetzung mit der Historie des Ortes, die untrennbar mit der gewaltsamen Auslöschung kulturellen Lebens durch das nationalsozialistische Regime verbunden ist.